Klebebänder als Nähhilfe

Welcher Stoff wofür? Wie funktioniert das mit den Kam Snaps?
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Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 03.05.2021 17:51

Da ich seit Tagen Anleitungsvideos von Threads schmökere, stoße ich pausenlos auf Zubehör, das beim amerikanischen Markennamen genannt wird und von dem ich mich dann frage, ob es das auch bei uns gibt, ob es sinnvoll ist, es im Web zu suchen, ob es so supertoll ist, dass ich auch 20 oder 30 oder noch mehr Euro Versandspesen für eine Tube Kleber oder eine Rolle Band zu bezahlen bereit bin usw.

Und manchmal treffe ich auf alte Bekannte. "Basting tape" (von Prym als Wondertape und von Farbenmix als Stylefix vertrieben) liegt nämlich schon seit Jahrzehnten in meiner Zubehörlade - Erkennbar unter anderem an dem Preis in Schilling ;-) (es dürfte aber noch viel älter sein, 1970er/80er Jahre). Damals hieß es Axella Klebefilm.

axella-01.jpg
axella-02.jpg


Soweit ich mich erinnern kann, wurde es von Burda damals vor allem für Materialien empfohlen, bei denen man keine Stecknadeln verwenden kann, weil die Löcher hinterlassen - zB wenn man einen Reißverschluss in eine Kunstlederjacke einnähen will.

In meiner Anleitung steht, dass man das Klebeband (es ist 3 mm breit) beim Steppen nicht mitnähen und nachher wieder entfernen soll, dass aber im Stoff verbliebene Reste keine Schäden verursachen. Bei Seide oder ähnlich heiklen und allen sehr dünnen (transparenten) Stoffen wäre ich dennoch vorsichtig.

Ausprobieren geht nur mehr schwer, denn der Kleber hat sich im Laufe der Jahrzehnte an die Kanten der Klebestreifenrolle verlagert und die klebt nun innen fest an der Plastikhülle ;-)

Bei den modernen Varianten versuche ich grad, genauere Verwendungshinweise zu finden, als dass sie super sind und das Nähen revolutionieren *hehe*

Beim Prym wonder tape steht zB, dass es zum vorübergehenden Fixieren gedacht ist, beim Waschen verschwindet und dass man es kühl und trocken lagern soll. https://www.prym.com/media/pdf/40/45/59 ... tape_D.pdf Daraus schließe ich, dass es vor allem für den Einsatz bei waschbaren Stoffen konzipiert wurde. (Also: Seide und edle Wollstoffe lieber altmodisch stecken und heften. Und für Leder halt gezielt nach einem Lederklebeband suchen, wenn Finger und Klammern nicht ausreichen.)

Und bei Sailrite (die sind auf Bedarf für Segelschiffe spezialisiert und vertreiben unter anderem kleine robuste Nähmaschinen, bei denen alle Leder nähenden Männer leuchtende Augen kriegen) werden hier gleich 12 verschiedene "basting tapes", also Doppelklebebänder zum Fixieren von Textilien, vorgestellt https://www.sailrite.com/Sewing-Tips-Using-Basting-Tape - mit "ich kaufe ein Basting Tape" ist es also nicht erledigt. Es sollte schon das für den Anwendungsfall passende sein. https://www.sailrite.com/which-basting- ... or-project
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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 03.05.2021 18:39

Also, etwas weiter bin ich schon: Bei Stylefix (Farbenmix) sagen sie, dass man nicht drüber nähen soll, jedenfalls nicht über längere Strecken, da sonst die Nadel klebrig wird und es zu Fehlstichen kommt. Daher beim Aufkleben darauf achten, dass man im Bereich der Nahtzugabe bleibt. https://farbenmix.de/naehzubehoer/style ... eband-50-m (es gibt da auch Anleitungsvideos)

Bei Prym schweigen sie sich dazu aus. Auf dem Verpackungsfoto liegt die Zickzacknaht allerdings genau über dem Band https://www.prym.de/p/wonder-tape-19871250 - Spannend die Pflegeeigenschaften: man soll es nicht chemisch reinigen, nicht im Trockner trocknen und nicht bügeln. Gilt das nun für das Band per se oder für das damit verarbeitete Kleidungsstück? Was passiert, wenn ich die Naht ausbügle oder das Kleidungsstück endbügle, bevor ich es zum ersten Mal trage? Löst sich das Trägerband auf (das sieht nach Vlies aus)? Oder fixiere ich dadurch den Kleber so im Stoff, dass er nie wieder rausgeht? Die geht auch nicht darauf ein https://www.thelaststitch.com/improve-y ... nder-tape/ (aber ich werde versuchen, dort im Kommentar nachzufragen)

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 03.05.2021 19:08

Das Anleitungsvideo von Prym bringt auch kein Licht ins Dunkel, im Gegenteil ;-) https://www.youtube.com/watch?v=wcd_wZOcPo4 Da kleben sie zuerst die Saumzugabe mit dem Wondertape fest und steppen dann Zickzack darüber. Danach zeigen sie zwei gleichartige Probeteile, eines mit, das andere ohne Wondertape genäht. Das ohne Wondertape ist wellig und das mit Wondertape sieht wie frisch gebügelt aus *g*

In den Kommentaren bei YT schreiben manche, dass sie Probleme mit dem Verkleben der Nadel hatten.

Um eigene Versuche wird da nichts herumführen. Andererseits brauche ich solche Hilfsmittel selten, die 2,5 m Axella Klebefilm reichen ja nicht umsonst schon Jahrzehnte lang aus.

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 04.05.2021 20:10

Fortsetzung meines Klebebandmonologs *g*

Sabine von sewsimple schreibt, dass man über das Prym Wondertape *nicht* nähen soll, weil sonst die Nadel verklebt.

Keine Probleme mit Kleber an der Nadel gibt es laut ihr bei den Klebestiften von Sewline und Prym und beim Odif Fixierspray 505 https://sewsimple.de/alles-ueber-textil ... offkleber/

Disclaimer: Die meisten Textilkleber mit Zielgruppe Hobbynäherinnen wurden für Patchwork und Quilten entwickelt. Da arbeitet man mit mitteldicker, meist gemusterter, Baumwollwebe. Die lässt sich gut waschen und kleine Kleberreste fallen wahrscheinlich nicht auf. Bei einer dünnen Seidenbluse sieht das schon ganz anders aus! Da muss man unbedingt Tests an Reststücken machen (und die dann auch so reinigen, wie man das Kleidungsstück reinigen wird) und im Zweifel doch lieber stecken und heften (zum Heften feiner Stoffe lieber kein Heftgarn nehmen - das ist zu dick - sondern feineres Nähgarn).

Und zwischen Klebestiften und Patchworkstoffen fand ich Vogelgezwitscher. Ja, das kann man kaufen! *waah*
Bei mir zwitschern die Vögel vor dem Schlafzimmerfenster in echt, vor allem frühmorgens *fetz*

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 05.05.2021 21:24

Auch von Amman gibt es einen Sprühzeitkleber namens Web Bond TA 101, vor allem für Applikationen, Patchwork- und Quiltarbeiten, aber auch für Karton und Papier geeignet. In einem Shop wird er als wasserlöslich und "hinterlässt keine Rückstände auf dem Stoff" beschrieben, der Hersteller selbst legt sich da nicht so fest https://www.amann-mettler.com/produkte/ ... nd-ta-101/ (wobei: komfortabel wahrscheinlich, aber "gezielt" gelingt bei Sprühdosen nur selten ;-)) außerdem bietet Amman passend dazu einen Kleberentferner namens "Go away" an, was dafür spricht, dass Wasser nicht immer ausreicht. (Laut da https://lovelyfrankensteindesigns.blogs ... a-101.html klebt er sehr gut, aber offenbar auch an der Nähmaschinnadel. Jedenfalls gibt es beim Quilten Fehlstiche.)

Flickpulver (dh, einen pulver- oder granulatförmiger Kleber, der durch die Hitze des Bügeleisens schmilzt und zwei Stoffschichten verbinden soll) gibt es auch schon ewig und unter vielen Namen. Ein Nähzubehörladen im 2. Bezirk führt den namens "Pronty" https://www.reginas-naehzubehoer.at/pro ... er-pronty/ (übrigens ist Reginas Nähzubehör eine *Fundgrube*. Man muss erst einmal hin finden (Seitengasse im 2. Bezirk, Nähe Karmelitermarkt) und dann nicht daran vorbei laufen, denn der Laden ist klein und unscheinbar, wenn keine Wollkörbe vor der Türe stehen. Aber die haben alles und noch viel mehr (zB auch Wollwattelin, Schulterpolster aus Filz, Sublimierkreide und extrafeines Overlockgarn Nr. 180).

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 06.05.2021 06:18

Und noch ein verwandtes Produkt: Schmelzklebefaden. Gibt es von Amman (im Industriesortiment) und vom Prym https://www.prym.de/p/schmelzklebefaden-19871700

Beworben werden sie vor allem für "unsichtbare" Säume. In der Konfektion wird er bei der Blindstichmaschine verwendet und bietet dort mehr Haltbarkeit des Saumes, da mit der Blindstichmaschine genähte Säume ja gerne aufgehen, wenn man irgendwo hängen bleibt.

Eine Blindstichmaschine hat aber kaum eine Hobbyschneiderin (und auch in Gewerbebetrieben ist sie selten). Es wird also vorgeschlagen, dass man den Schmelzklebefaden in der Overlockmaschine als Greiferfaden verwendet und zwar auf der Innenseite des Kleidungsstücks. Beim Bügeln (Dämpfen!) des Saums wird er dann gleichzeitig festgeklebt.

Da die Overlocknaht viel schmäler ist als ein Klebesaumband, nehme ich an, dass diese Klebung weniger auffällt. Bei feinen, weich fallenden Stoffen à la Crepe de Chine oder Chiffon hätte ich aber trotzdem Bedenken und auch bei robusteren Stoffen drückt sich der Rand des Saumeinschlags beim Bügeln oder Dämpfen gerne durch, wenn man mit dem Bügeleisen nicht ganz leicht über dem Stoff "schwebt". Dann habe ich eine unsichtbare Saumklebung mit einem sichtbar durchgedrückten Saumeinschlag - auch nicht optimal. In Anne Lieblers Forum gab es einmal eine längere Diskussion über den Prym Schmelzklebefaden. So richtig begeistert war nur eine, die ihn für ein Textilkunstwerk verwendet hat, um lange Reihen von Fransen zu montieren.

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 06.05.2021 06:44

Und, wenn wir nun schon bei Klebesäumen sind, ein Tipp aus Annes Forum: Das SY Band von Ikea (Vorhangabteilung). Durch die Netzstruktur bleibt es schmiegsamer als Saumfix und es ist bis 60 Grad waschbar.

Bei Klebesäumen bin ich ja nach wie vor skeptisch, vor allem, weil ich die vielen Konfektionsmodelle vor Augen habe, bei denen der Klebesaum deutlich sichtbar ist und den Fall des Rocks stört. Aber für rasche Ausbesserungen kann ich es mir vorstellen.

In einem der Anleitungsvideos bei Threads zeigt Judith Neukam, wie man an Hosen, Röcken, Turnbeuteln usw. Tunnel für Gummizüge oder Bindebänder näht. Da gibt es beim Einfädeln des Bandes oft das Problem, dass die Einziehnadel sich in den Nahtzugaben der Teilungsnähte verfängt. Das behebt sie, indem sie die Nahtzugaben an diesen Stellen mit einem Stück "Steam a Seam" (ähnlich Vliesofix) am Oberstoff fixiert. In einem anderen Threads-Video wird Steam a Seam für Paspelknopflöcher verwendet. https://www.threadsmagazine.com/2016/11 ... buttonhole
Inge Szoltysik-Sparrer erwähnt in ihrem "Nähbibel" Buch, dass sie im Salon Klebevlies als "Hexenspucke" bezeichnen, weil es oft die letzte Rettung ist. Allerdings verrät sie keine konkreten Anwendungsbeispiele. (Ich habe eben gesehen, dass sie das Klebevlies nun auch in ihrem Shop anbietet, um die Anwendung zu sehen, muss man wohl eines ihrer Videos kaufen oder auch mehrere.)

PS: Folgen von "Oh Näh" mit Inge SZ sind auf YouTube online, allerdings sollte man viel Zeit einplanen, weil die Moderatorin recht viele Fragen stellt und die Sendungen bis zu 2 Stunden dauern https://www.youtube.com/channel/UCXImf1 ... L7xF_g-SLg

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 06.05.2021 07:56

Hat nur mehr am Rande mit Klebebändern als Nähhilfe zu tun. In einem (langen) Videoerklärt Inge SP das Einsetzen von Ärmeln und die Vorbereitungen dazu am Beispiel eines Wollstoffkleides und einer Jacke. Dabei verwendet sie unterschiedliche Bügelnahtbänder zum Stabilisieren des Armloches (in der oberen Hälfte ein Nahtband mit Längsstabilisierungsstreifen und entlang der Rundung unten ein weicheres Vliesnahtband) und erwähnt zwischendurch, dass sie das auch bei Seidenblusen und transparenten Materialien machen, natürlich mit entsprechend zarten und hautfarbenen Einlagestreifen. Und nun der Übertrick: Damit man die Einlagestreifen bei ungefütterten Kleidungsstücken später an der Innenseite nicht sieht, werden sie außen auf die Nahtzugabe aufgebügelt und verschwinden so beim Zusammenfügen in der Nahtzugabe. Man muss natürlich das Nahtband schmäler wählen als die Nahtzugabe und dann auch genau an der vorgegebenen Nahtlinie nähen, damit nichts blitzt. (Ich habe das vor Jahren mit Framilonband an den Schulternähten eines Rollkragenpullis ausprobiert und dann wieder aufgetrennt, weil das Familonband aus der Overlocknaht an manchen Stellen rausgestanden ist.)

Bei Blusen hatte ich persönlich ja noch nie das Problem, dass das Armloch sich verzogen hätte (höchsten, bei viel getragenen Sachen nach einigen Jahren am unteren Rand, also in der Achsel), daher auch noch nie das Bedürfnis nach Einlagestreifen. Allerdings trage ich meine Oberteile nicht so eng wie Inge. Da es so aussieht, als würden Ärmel mit großen Kugeln wieder modern, könnte da aber etwas mehr Unterstützung nötig sein, da dann ja mehr Stoff am Armloch zieht als bei einer klassischen Hemdbluse. Da sind dann Einlagen im oberen Armlochbereich vielleicht sehr sinnvoll. In vielen Fällen würde aber wohl auch eine Stütznaht ausreichen.

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon insa-ana » 06.05.2021 12:33

Wondertape lösr sich beim Waschen auf. Ich habe hier welches liegen zum einkleben von Reißverschlüssen, aber ich habe es nicht verwendet bis jetzt. Wenn ich noch lange warte geht es kaputt. Soviel zur Notwendigkeit solcher Dinge.

Vogelgetzwitscher finde ich toll. Nur muss man dann auch ein Vogelstofftier nähen. Die Idee ist mir noch nie gekommen, also außer Hühner zu Ostern.
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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon insa-ana » 06.05.2021 12:37

Taschennäherinnen verwenden Wondertape oder ähnliches gerne für Reißverschlüsse. Scheint da auch recht praktisch zu sein.
Eine Verstärkung des Armlochs habe ich bis jetzt nur bei sehr locker gewebten Wollstoffen gemacht.
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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 06.05.2021 13:58

Hm, ja, ein Vogelstofftier muss her. Allerdings fällt mir niemand ein, den ich damit beglücken könnte und mein eigener Stofftierbedarf ist gering.

Als ich vorgestern zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder in der Zeitschriftenhandlung am Westbahnhof war, hielt ich ein "Molly makes" Heft in der Hand, in dem es eine Häkelanleitung für Giraffen gab! Brauche ich auch unbedingt ;-) und habe dann eine Zeitschrift mit Spargelrezepten gekauft, weil bei den Handarbeitsheften nichts wirklich Ansprechendes war.

Beim Taschennähen kann ich mir Kleben gut vorstellen. Die macht man ja nicht aus empfindlichen Stoffen und gewaschen werden sie auch nur selten. Die ganzen Textilkleber kommen ja ursprünglich aus dem Taschner- und Tapeziererbereich. Bei Leder hat man die Ränder schon immer festgeklebt, weil man sie ja nicht bügeln kann, und Stecknadeln auch tabu sind und bei Tapezierern wurde Leim schon vor Jahrhunderten verwendet, um Wandbespannungen zu befestigen oder Möbelstoffe flächig mit der Unterlage zu verbinden.

In den Threads Anleitungsvideos kommen Klebe- und Bügelstreifen halt oft vor, daher habe ich begonnen, mich danach umzuschauen und habe dabei noch viele andere Produkte gefunden, ohne die ich bisher auch gelebt habe. Meinem Wondertape würde es wahrscheinlich ähnlich ergehen wie deinem :D (Siehe das Axella ganz oben in der Einleitung.)

https://www.threadsmagazine.com/2016/11 ... re-you-cut hier werden Klebestreifen zum temporären Verbinden zweier gestreifter Teile verwendet. Vorteil: man verschiebt die Stofflagen nicht so leicht wie mit Stecknadeln und es geht schneller als heften.
https://www.threadsmagazine.com/2014/02 ... and-prints hier zeigen sie die klassische Methode mit Heften.

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 16.05.2021 16:42

Noch ein verwandtes Produkt: Der wasserlösliche Textilklebestift Marke Sewline oder ein ähnliches Prym-Produkt mit dem Namen Aqua-Fixiermarker. Beide werden damit beworben, dass man sie statt Stecknadeln zum temporären Fixieren verwenden kann, dass sie beim Trocknen farblos werden und dass sie auswaschbar sind. Angewendet werden sie ähnlich wie ein guter alter Uhu-Stick. Sie dürften auch genau so schnell austrocknen, wenn man sie nicht pausenlos verwendet und rasch aufbracht, daher kommen die Ersatz-Füllungen im Doppelpack. Ob zwischen den rosa und den blauen Sticks ein Unterschied besteht, habe ich noch nicht rausgefunden (sie werden ja eh transparent und dann ausgewaschen). Was mit der Nadel passiert, wenn man durch den Klebstoff näht, wird nicht verraten (ob man das Abtrocknen abwarten muss, auch nicht). Da es den Stick von Sewline in einem Handarbeitsgeschäft in Wien gibt, denke ich vielleicht daran, der Dame dort Löcher in den Bauch zu fragen, wenn ich einmal hinkomme.

OT: eben gesehen: Stickvorlagen gibt es jetzt auf wasserlöslichem Vlies ("Magic Paper") https://dashandarbeitsgeschaeft.at/Magic-Paper-Insekten Ob das einfacher geht als Bügelmuster oder vorgezeichnete Muster? Ich muss ja dann bei jedem Stich durch das Papier stechen, was gerade bei Plattstich mühsam werden kann.

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 16.05.2021 16:54

Da gibt es ein englisches Video zu dem Sewline Klebestift https://sewline.com.au/product/glue-pen/ - wie sie die Köpfe damit fixieren, zeigen sie leider nicht *g*. Beim Patchwork mit Papierschablonen sind die Stifte sicher praktisch, denn da muss man normalerweise ja die Stoffränder zuerst um die Schablonen heften, dann die einzelnen Teile mit winzigen unsichtbaren Stichen zusammenfügen und dann die Heftnähte wieder lösen, um die Schablonen zu befreien. Andererseits ist English paper piecing sowieso ein meditatives Hobby, für das man viel Zeit haben muss. Also besteht IMO kein Bedarf, die Arbeit zu rationalisieren.

Laut diversen Kommentaren bei Amazon klebt das Zeug nicht an der Nadel und drückt sich auch bei dünnen Stoffen nicht durch.

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 16.05.2021 16:58

Ich sollte vielleicht meine eigenen Beiträge genauer durchlesen ;-) Habe eben bemerkt, dass ich die Klebestifte weiter oben schon einmal behandelt hatte *rotwerd*

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Re: Klebebänder als Nähhilfe

Beitragvon ju_wien » 16.05.2021 19:49

Beim Googeln nach dem "wasserlöslichen Heftgarn" bin ich auf der Website einer Lustenauer Firma gelandet, die Garne und Grundstoffe für die Stickereiindustrie liefert. Viele interessante Sachen! https://www.schweninger.at/produkte/gar ... rloeslich/

Das wasserlösliche PVA-Garn (Polyvenylalkohol) gibt es von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Temperatureigenschaften. Manche lösen sich schon bei 20 Grad Wäsche auf (siehe das von Schweninger), andere bei 80 oder 90 Grad und alles mögliche dazwischen. Die meisten kommen aus China und sind in Haushaltsmengen eher nicht zu kriegen ;-)

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