Noch trödle ich und schaue in den Nebel und dazwischen ins Internet. Da bin ich irgendwie bei einer YouTube-Dame gelandet, die alle ihre Bügelbehelfe vorgestellt hat (Ärmelholz, Bügelpolster, Nahtrolle, Seidenorganzabügeltuch, Bügelamboss, spezieller Ärmelkugelbügelständer nach Claire Shaeffer, Profi-Dampfbügeleisen mit Teflonsohle) und dann von einem Nähutensil geschwärmt hat, das ich so noch nicht kannte: es heißt
SymFlex und funktioniert nach dem Scherengitterprinzip, dh, die Abstände zwischen den einzelnen Spitzen sind immer gleich, egal wie weit man es zusammen schiebt oder auseinander zieht
https://duckduckgo.com/?q=simflex+ma%C3 ... &ia=images Die Rezensionen bei Amazon klingen so, dass es zwar grundsätzlich funktioniert, aber etwas filigran gebaut ist, also wackelt und früher oder später verbogen sein wird. Es hat auch schon Eingang in österreichische Nähshops gefunden
https://www.stoffsalon.at/masseinteiler-in-aktion/ Preis finde ich dort keinen, in anderen Shops wird es um 20 bis 30 Euro angeboten. Für "wackelig" und "verbiegt sich" ist mir das zu viel.
Und dann stieß ich (nach vielen Umwegen) auf ein YT Video und einen Blogeintrag von Anna von "einfach nähen", in dem sie zeigt, wie man das gleiche mit einem
Variera Deckelhalter von IKEA machen kann
https://www.einfach-naehen.com/perfekte ... floechern/ - der kostet nur 7 Euro und ist auch noch in der Küche verwendbar, allerdings hat er keine eingestanzten Langlöcher für Knopflochmarkierungen.
Wer irgendwo noch einen Matador oder ähnlichen Technikbaukasten herumliegen hat, kann sich so ein Gerät auch leicht selbst basteln. Feinmechanische Genauigkeit auf hundertstel oder tausendstel mm wird man damit nicht erreichen, aber die kann das SymFlex-Gerät auch nicht (und mechanische Messgeräte dieser Art in Feinmechanikerqualität kosten einige hundert Euro).
Nun zu den Um- und Abwegen: Die Mechanik des SymFlex hat mich daran erinnert, dass es ein Zeicheninstrument gibt, mit dem man Vorlagen vergrößern kann - wie hieß das bloß? Richtig:
Pantograph https://de.wikipedia.org/wiki/Pantograf und von dort verlinkt Wikipedia zum
Reduktionszirkel https://de.wikipedia.org/wiki/Reduktionszirkel - der wäre doch was, damit ich ohne lange Rechnerei und Neukonstruktion diverse Schnitte für meine 1:2 Schneiderpuppe ummodeln könnte. Reduktionszirkel gibt es auch noch zu kaufen, allerdings nicht in Größen, die für Kleiderschnitte geeignet wären. Aber: könnte man ja auch selbst basteln - Einschränkung wie oben, keine feinmechanische Genauigkeit, aber die brauche ich beim Nähen auch nicht. Also habe ich begonnen, über die mathematischen Grundlagen zu grübeln. Dieser Stoff ist schon *sehr* lange her (über 50 Jahre). Dreiecke, Winkelsätze, Strahlensätze gegoogelt und auf der Rückseite eines Briefumschlags verwirrende Skizzen angefertigt ;-) Bei Tageslicht werde ich das dann noch einmal experimentell angehen.
Und irgendwann dazwischen stieß ich a) auf eine Anleitung für einen
selbst gebastelten einfachen Pantographen http://www.pauliopa.com/bastwerk/pantograf.htm und b) auf eine geniale Möglichkeit, Vorlagenzeichnungen mit Hilfe eines
Reißnagels, eines Gummibandes und eines Stiftes zu vergrößern
https://4.bp.blogspot.com/-pyCSrtjUXJA/ ... ograph.jpg (Artikel dazu hier
https://progress-is-fine.blogspot.com/2 ... raphs.html) und nach all der Theorie, die ich vorher durchgekaut habe, ist es auch nicht schwierig zu erklären, warum das funktioniert: Das Gummiband dehnt sich gleichmäßig, die beiden Abschnitte werden daher immer im gleichen Verhältnis größer oder kleiner. Zum Verkleinern eignet sich diese einfache Methode leider nicht, denn da müsste der Stift an der Stelle des Punktes am Gummiband sein und dann braucht man zumindest eine zusätzliche Hand

aja, und ein klassisches
Reißbrett aus Holz wäre da auch nützlich, damit man den Reißnagel befestigen kann oder das
Schoßenbrett, das hinter dem Sofa verstaubt, weil ich nie daran denke, wenn ich Handnäharbeiten erledige.