ju näht 2018/19/20

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 15.12.2020 12:13

Ich brauche grad eine Nachdenkpause. Bei dem Burdaschnitt reicht der Halsausschnitt ja bis zur Armkugel.

Beim ersten Versuch habe ich in der hinteren und vorderen Mitte 1,5 cm zugegeben und in der Mitte der Ärmel (fiktive Schulternaht) 2 cm. Da ist der Ausschnitt noch immer über 80 cm lang. Also noch ein bisschen raufgezeichnet -> knapp unter 80 cm. Ich will aber auf ca. 60-65 cm Ausschnittweite kommen. Also muss ich deutlich mehr zugeben!

Wenn ich die Ärmel oben verlängere, sollte ich eigentlich die Ecke bei der Schulter berücksichtigen. Einteilige Raglanärmel haben daher oft einen Abnäher dort wo normal die Schulternaht wäre. Mein Strickstoff ist sehr locker gestrickt, hat aber Fransen. Da möchte ich Abnäher lieber vermeiden. Also lieber beim Ärmel ein bisschen wegnehmen.

Es ist jedenfalls deutlich einfacher, einen Ausschnitt zu vergrößern, als zu verkleinern.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 15.12.2020 13:30

Hinweis für Mitlesende: Der Anfang von dem Pulloverschnittproblem samt Link zum Modell steht auf der Seite vorher!

Inzwischen habe ich mir den Vorderteilschnitt vor dem Spiegel angehalten. Wenn ich die Taillenlinie in die richtige Höhe halte, ist der Ausschnitt auch vorne reichlich tief. Da kann ich gut 5-6 cm zugeben und bin noch immer nicht in der Nähe von "hochgeschlossen". Da überall gleich viel zugeben nicht funktionieren dürfte, suche ich grad nach Raglanschnitten, die ich als Vorbild und Denkstütze verwenden könnte. Bei Burda sind Raglan allerdings oft Katalogschnitte und zusätzlich Geld ausgeben will ich eigentlich nicht. Die Raglanmodelle in den Heften sind oft so ganz weite Folkloreblusen, bei denen der Ausschnitt mit einem Gummi oder Zugband gezogen und in Form gebracht wird. Bei einem Pullover geht das nicht.

Dieser Schnitt könnte sich eignen https://www.burdastyle.de/produkt/magaz ... -102016-DL - bzw die Kombination aus dem und dem aus dem Jännerheft 2021 könnte einen brauchbaren weiten Pullover mit extrabreitem Rollkragen ergeben.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon insa-ana » 15.12.2020 14:31

Ich würde den Schnitt verwenden, wenn du den hast. Und da dann denn weiten Kragen daran basteln. Ich habe mir meinen Rolli mit weitem Kragen angesehen, der ist zwar kein Raglan aber der Ausschnitt hat ungefähr die Weite.
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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 15.12.2020 16:51

Ja, den habe ich und schon rauskopiert. Interessanterweise ist das Oberteil unter den Armlöchern weiter als bei dem aus dem Jänner-Heft. Auf dem Foto sieht es umgekehrt aus. Der Pullover von 2016 hat Ärmel, die nach unten schmal werden, also ohne Bündchen. Aber das ist ja leicht zu ändern. Und der Kragen lässt sich leichter dazu passend zuschneiden als der Ausschnitt vom Jänner-Modell verkleinern,

Ich habe grad die Teile auf den Strickstoff gelegt Das waren zwei unterschiedlich lange Stücke, beides Reste, die ich schon seit einigen Jahrzehnten von einer Schachtel in die andere gelegt habe. Voriges Jahr dann mutig in die Waschmaschine gegeben, da ich mir dachte: so verstaubt kann ich ihn nicht verwenden. Wenn er es überlebt, gut. Er kam schön flauschig raus, allerdings noch weicher als vorher. Klassisches Material, das man am Tisch festtackern müsste, damit es nicht davon rutscht.

Ich habe eben Glaskopfstecknadeln oder Patchworkstecknadeln auf den Einkaufszettel geschrieben und ein paar cm farblich passendes Futter zum Unterlegen der Ränder und Bündchen. Meine extrafeinen Metallkopfstecknadeln verschwinden in dem Strick auf Nimmerwiedersehen. Und ich muss heute eh noch einmal weg, da kann ich gleich im Stoffgeschäft vorbei schauen.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon insa-ana » 15.12.2020 17:45

Für die dicken flausche Stoffe habe ich mir extra die langen Quiltstecknadeln gekauft. Die sind toll dafür. Wenn die auch nicht gehen, nehme ich die größten Beilagscheiben aus dem Baumarkt als Nähgewichte.
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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 15.12.2020 19:22

Die Einkaufstour war mäßig erfolgreich. Etwas größere Stecknadeln (43 x 0,6 mm) mit Glaskopf fand ich bei Drogerie Müller. Dort gibt es übrigens auch Perlgarn, allerdings nur wenige Farben. - Falls dein Sohn noch sucht.

Das Stoffgeschäft hatte keine und auch kein farblich passendes bügelarmes Futter. Sie hat sehr schöne Acetatfutter für Mäntel und Kostüme und auch Viskose, aber gerade diesmal hätte ich Polyester oder Polyamid gesucht, idealerweise elastisch, oder eines mit Poly-Anteil da ich es nur zum Unterlegen der Ärmelbündchen brauche und an der Stelle nie wieder bügeln kann. Also morgen oder übermorgen auf die Mariahilfer Straße, falls ich nicht bei Tageslicht noch einen passenden Rest in meinen Schätzen finde. Ich schreib mir grad zusammen, was ich noch brauchen könnte, damit sich der Weg auszahlt.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 17.12.2020 10:38

Gestern war ich beim Komolka und habe dort ein Stück Futterstoff für den Strickstoff gefunden und am ersten Stock dann noch einen viel besser passenden PE-Chiffon. Von dem habe ich dann soviel genommen, dass sich ein Unterhemd ausgeht. (Wenn ich mit dem Schnitt zufrieden bin, könnte ich ja auch noch nach farblich passendem Seidenchiffon oder Crepe de chine schauen.)
Unten, bei den reduzierten Ballen in der Nähe des Eingangs, sah ich einen Strickstoff/Fleece, aus dem es in den letzten Jahren in Sportgeschäften und beim Eduscho Outdoorstrickjacken gab: außen sieht er gestrickt aus (schwarz-weiß-grau meliert), innen Fleece (grau). An der Rolle keine Materialkennzeichnung entdeckt, aber in der Eduscho-Jacke, die ich voriges Jahr spontan gekauft habe, weil ich zwischen daheim und Bahnhof gemerkt habe, dass ich zu leicht angezogen war, steht 100 % Polyester. Trägt sich bei kühlem Wetter gut und lässt sich auch gut waschen. Ich habe gestern trotzdem nichts davon gekauft, habe ja irgendwie schon genügend Stoffe für die nächsten drei Nähleben.
Aber am Abend habe ich dann in einer alten Burda, die mir zwischen Keksrezepten in die Hände gefallen ist, einen passenden Schnitt entdeckt. Vielleicht nähe ich mir also so einen Sweater:

sweater-burda-09-2005.jpg


Ich muss morgen eh noch einmal auf die Mariahilfer Straße, einem Bekannten Weihnachtskeks bringen. *cookie* ;)

Ebenfalls in der 15 Jahre alten Burda gefunden: Eine Kostümjacke mit Schluppenkragen, die an das Modell im Jänner 2021 Heft erinnert:

schluppenjacke-burda-09-2005.jpg
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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 17.12.2020 16:45

Grad beim Vergleichen der beiden Pulloverschnitte in den Burdas 10/2016 und 01/2021 bemerkt: Bei den Anleitungen würfeln sie anscheinend, ob man die Nahtzugaben der Raglannähte zum Ärmel oder zum Vorder- und Rückenteil bügeln soll. 1:1! *g*

Ich mach mich wieder ans Umbauen der Coverlock.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon insa-ana » 18.12.2020 20:57

Wenn du sie auseinander bügelst kannst du nichts falsch machen. *lach*
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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 18.12.2020 21:43

Stimmt, und dann kann ich mir das Umbauen der Covermaschine auch sparen und mit der normalen nähen *g* (Allerdings ist der Stoff so locker, weich und fransig, dass einiges für breiten 4-Faden-Overlockstich oder Sicherheitsnaht spricht.)

Heute hatte ich dieses "Best of Burda style" Heft von Anfang 2020 mit den Oberteilen in der Hand. Hintereinander zwei Modelle mit Raglanärmeln: beim einen zum Ärmel, beim anderen zum Oberteil gebügelt. Es steht also 2:2 :D

Den grau melierten Strickstoff mit der Fleeceabseite von vorgestern habe ich auch gekauft und einen dünnen verlaufend gestreiften Strickstoff der daneben lag, für einen Rollkragenpulli. Einen zur geplanten Jacke passenden Reißverschluss habe ich nicht auf Anhieb gefunden und hatte auch keine Lust mehr zum Suchengehen und wollte noch einmal überlegen, ob 50 oder 55 cm und ob Zwei-Wege-RV oder normaler teilbarer. Allerdings wurde heute Abend verlautbart, dass nach Weihnachten die Non-food Geschäfte wieder bis 17. Jänner geschlossen bleiben müssen. DH, ich sollte jedenfalls am Wochenende den Schnitt rauskopieren und mir meine RV-Wünsche überlegen, damit ich am Montag oder Dienstag noch einkaufen gehen kann. Sonst wird das gute Stück erst Ende Jänner oder Anfang Februar fertig.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 19.12.2020 17:01

Heute war ein Nähmaschinentechniker da und hat sich eine von meinen Pfaff Nähmaschinen angeschaut, bei der sich der Greifer (wiederholt) verstellt hatte und dann, weil er schon da war, auch das Fadenspannungsproblem von der Bernina 950. Stellte sich heraus, dass ein Plastikteil in der Fadenspannung gebrochen ist. Er hat das provisorisch mit einer selbstgeschnitzten Gummischeibe repariert und ich habe inzwischen den Ersatzteil bestellt. Am Montag erfahre ich, wie rasch oder wenig rasch er lieferbar sein wird. Ich bin aber jedenfalls beruhigt, dass es nicht an meinen mangelnden Einfädelkünsten lag.

Ansonsten habe ich begonnen, den Strickstoff für den Pullover mit dem weiten Rollkragen zuzuschneiden. Der besteht fast nur aus Luft, das Nähen wird sicher interessant *cool* Und da er goldene Glitzerfäden enthält, sieht die Wohnung nach wenigen Schnitten schon ganz nach "das Christkind kommt" aus *ggg* *weihnachten*

//Edit, PS: Eigentlich sieht der viele Glitzer überall mehr nach "das Christkind war schon da" aus ;) Nur der Rest der Wohnung ist noch nicht ganz so feierlich. Der Strickstoff lässt sich leichter nähen als befürchtet. Ich hefte zuerst mit der Nähmaschine und nähe dann mit 5-Faden-Sicherheitsnaht (= Overlock + Kettenstich)

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 21.12.2020 07:28

Ich klicke mehr als ich nähe ;-) Dabei fand ich diesen Overall von Chanel https://burdastyle.ua/sites/default/fil ... yle_11.jpg (mehr Modelle in Silber und Glitzer https://burdastyle.ua/encyclopedia/gid- ... ste-popuri)
Haben möchte ich den Overall nicht, aber der Kragen ist schön gearbeitet. Und: Schulterpolster kommen definitiv wieder! Dieser Tage sah ich in einer Auslage auch schon eine ärmellose Bluse mit Schulterpolstern (die zwischen Oberstoff und Besatz eingearbeitet waren).

Hier gibt es ein vergrößerbares Foto von dem Overall https://www.chanel.com/us/fashion/p/P64 ... red-tweed/ - da sieht man auch das Plastron genauer - und weitere Ansichten https://www.chanel.com/us/fashion/p/20A ... 6/look-36/

Mich würde nebenbei interessieren, ob sie in der Seitennaht einen unsichtbaren Reißverschluss eingebaut haben. Sonst ist das An- und Ausziehen mühsam (und das Klo-Gehen auch). Ich hatte seinerzeit Overalls, die in der vorderen Mitte einen Knopfverschluss (mit vielen Schlingen und überzogenen Knöpfen) in ähnlicher Länge hatten. Aber die waren etwas weiter geschnitten (mit Gummizug in der Taille) und aus Seidenjersey genäht, dh elastisch. Trotzdem musste man beim An- und Ausziehen achtgeben.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 21.12.2020 08:36

Noch einmal Chanel https://www.chanel.com/us/fashion/p/P70 ... irt-tweed/

Das Modell könnte ich mir aus Frottee oder Pique gut als Strand(bar)kleid vorstellen. Aus weißem Tweed ist es zwar sehr "chanel-ig", aber halt wenig tragbar. Bei festlich-förmlichen Anlässen ist bauchfrei unpassend und bei Tanzveranstaltungen wird es in Tweed rasch warm. Darüber, wie oft man es putzen lassen muss, jammere ich jetzt nicht. Wer sich zwischen 8000 und 9000 Euro für Rock und Top leisten kann, kann auch die Putzereirechnung bezahlen (und den Botendienst, der das Zeug hinbringt und abholt).

Was mir bei Chanel (und Dior) immer wieder auffällt, ist die sorgfältige Detailverarbeitung. Die vordere Mittelnaht sieht man erst nach ganz genauem Hinschauen. Der Ausschnitt sitzt perfekt und steht auch in der Bewegung nicht ab, die Schultern und Ärmel passen, egal ob sie schmal geschnitten oder verbreitert und gepolstert sind. Die Falten sind nur dort, wo sie hingehören, nämlich beim Knoten. Die Rockpasse wurde in Form gebügelt - nicht geschnitten - damit das Muster ungestört erhalten bleibt.

Einen Rock dieser Art (Passe, darunter Falten, seitlicher Knopfverschluss) habe ich seit vielen Jahren in Hahnentritt (schwarz-weiß), nur ist er nicht ganz so lang und von Tragen trennen mich ein paar Kilos.

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon ju_wien » 24.12.2020 07:51

ju_wien hat geschrieben:Ich habe eben den Tisch abgeräumt, Jerseyreste wieder zusammengerollt und in die Box geschlichtet - und der Deckel ist weg. Einfach verschwunden *glotz* Das Ding ist zwar transparent, aber eigentlich nicht unsichtbar und fast einen halben Meter lang.

Kaffeepause. Dann muss ich noch einkaufen gehen und dann werde ich schauen, ob er sich wieder hervor wagt.


Nach 5 1/2 Wochen ist der Deckel aufgetaucht. *thumb* Er lag unter einem Stoffstapel und hat sich gezeigt, als ich das Zeug ein bisschen beiseite schob, um Platz für eine Keksdose zu machen. *öhm* Ich sollte mehr nähen, damit die Stoffstapel kleiner werden. Aber jedes Mal, wenn ich zum Nähen Zubehör brauche, laufen mir neue Stoffe über den Weg. *angst*

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Re: ju näht 2018/19/20

Beitragvon insa-ana » 24.12.2020 09:20

Deckel gefunden, alles in Ordnung ;)
Insofern habe ich Glück, der Laden im Ort der auch Stoffe führt hat wenig Auswahl, ist aber recht gut sortiert bei Nähzubehör. Da komme ich nicht in Versuchung *grins*
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