Overlock - worauf achten?

Kaufberatung, und alles bezüglich Näh-, Overlock-, und Covermaschinen.

Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 03.03.2018 20:14

Hallo ihr lieben!

es ist zwar noch nicht konkret, aber eine Overlock würde sich ja anbieten, wenn ich viel Kleidung nähe. Daher der Anfang der Überlegungen: was findet ihr bei einer Overlock wichtig? Was muss sie alles können? Welche Preisklasse ist für den Anfang angemessen?

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon ju_wien » 04.03.2018 10:38

ich verlinke mal zu diesem thread viewtopic.php?f=35&t=6184
aber wenn du weiter zurück blätterst, findest du ganz viel über overlocks, auch in der "hilfe" rubrik. von den einst aktiven vernadelt-näherinnen haben ganz viele sehr viel mit overlock genäht, daher gibts viele fragen und antworten.
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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 04.03.2018 11:48

Super, danke!

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon ju_wien » 04.03.2018 14:47

Kleine Warnung noch. Dieses Forum ist Schuld daran, dass ich eine Overlock habe. Bis dahin kam ich gut 40 Jahre lang auch ohne zurecht und habe alle Arten von Stoffen verarbeitet. Ich bin aber trotzdem froh, dass ich sie habe. Bei der Covermaschine bin ich mir nicht so sicher. Die "musste" ich auch bekommen und seither steht sie im wesentlichen nur herum, da das Säumen ohne sie einfacher und schneller geht. Da inzwischen auch die Gewährleistungsfrist abgelaufen ist, kann ich sie nur mit viel Verlust verkaufen. Und am Tag nach dem erfolgreichen Verkauf wird mir wahrscheinlich einfallen, wozu in unbedingt eine brauche.
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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 04.03.2018 14:57

Ich habe mich jetzt noch nie mit Coverlocks beschäftigt, mir erschließt sich nur nicht, warum man sowas brauchen könnte - gerade eben noch nicht ;)
Ich höre nur von Bekannten, dass ihre Kollegin/Schwägerin/Freundin viel selbst schneidert und die Overlock liebt. Meine Maschine hat so einen Pseudo-Overlockstich der schon ganz gut funktioniert, aber ganz ehrlich: so super coole Säume wie mit der Overlock will ich auch mal haben *glotz* Und wenn sie gleich die Nahtzugaben abschneidet -umso besser :D

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon ju_wien » 04.03.2018 16:14

Coverlocks (Überdecknahtmaschinen) können diese 2- und 3-fach Nähte, die man an Sweatshirts und anderer Sportswear findet: sehen an der Oberseite wie normaler Steppstich, nur eben 2 oder 3 Nähte nebeneinander aus und an der Unterseite so verschlungene Fäden wie bei Overlock. Der Vorteil ist, dass die durch die vielen Schlangenlinien elastisch sind. Braucht man also, wenn überhaupt, nur zum Säumen und Absteppen von T-Shirts, Leggings, Beanies, Jerseyschlauchschals, Gymnastiktrikots und dergleichen.

Einige wenige Maschinen können auch den Stich, den man oft bei Lauftights oder bei langen Unterhosen sieht: Oberseite *und* Unterseite verschlungen wie bei der Overlock. Da dieser Stich einerseits elastisch ist, andererseits auch gleich versäubert und die Naht verdeckt, kann man Teile links auf rechts zusammennähen, was eine sehr flache Naht ergibt. Bei Lauf- oder Radhosen ist das günstig.

Mit vielen Coverlocks kann man auch einen Kettenstich nähen, wenn man den mal braucht oder will. Und manche Leute verwenden die Coverlock, um mit bunten Garnen Muster auf Stoffe oder Dekogegenstände zu zaubern. Kann schön aussehen, aber die Tücke liegt im Detail. Die meisten Covermaschinen sind anfällig für Fehlstiche, vor allem, wenn man über Nähte oder Ränder näht oder ein außergewähliches Garn verwendet oder wenn der Stoff zu dick ist (Fleece, Wollwalk). Bei einer normalen Naht kann man damit leben, aber wenn die Naht zur Zierde dienen soll, trennt man möglicherweise ziemlich oft auf.

Für die Säume an Jerseykleidung verwende ich mittlerweilen wieder meine gute alte Nähmaschine und eine Doppelnadel. Da erspare ich mir das Ausräumen, Einfädeln und Testnähen der Covermaschine und einigen Auftrennfrust! Denn meine Nähmaschine macht das zuverlässig im ersten Durchgang. Allerdings gibt es Leute, die sagen, dass die Doppelanht auf Jersey mit ihren Nähmaschinen nicht schön wird. Ob das wirklich an den jeweiligen Maschinen liegt, oder an der Bedienung oder daran, dass diese Leute den Kauf der (teuren) Covermaschine begründen müssen, kann ich nicht sagen.

Die Quintessenz daraus: Wenn du mindestens 20 schwangere Freundinnen hast, die du in den nächsten Jahren mit Baby- und Krabbelkinderkleidung versorgen willst oder das hunderfünfzigeste dawanda-Shop mit Beanies und Schlauchschals aufmachen willst, ist eine Covermaschine eine sinnvolle Anschaffung, sonst eher nicht.
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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 04.03.2018 19:33

Na, dann nehm ich lieber die Twinnadel ;) Die elektronische Maschine kann ja eine ganze Reihe verrückter Zierstiche, da bin ich wirklich versorgt.
Wenn Dawandashop mit Kleidung dann mache ich nur Kleidung für kurze pummelige Frauen *thumb* Oder Canadian Smock - Kissen *hüpf*
Ich habe mir vorgenommen: Wenn ich sicher darin bin, Kleider zu nähen und wirklich nicht mehr einkaufen gehen möchte, dann wird in die Overlock investiert. Gerade heute bei dem Viskosezeug hab ich mir gedacht, dass die bestimmt sehr praktisch wäre.

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon ichthys81 » 06.03.2018 17:00

Ich hab auch - Dank des Forums- einen ganzen Fuhrpark daheim.
Ich komme derzeit sehr wenig zum Nähen, aber von meiner Overlock und der Coverlock bin ich schwer begeistert!
Ehrlich gesagt, nähe ich hauptsächlich nur mehr mit der Ovi, nur was nicht geht mit der Näma. Meine Cover ist kapriziös, das liegt aber an mir, bei den Schneidermeisterinnen im Nähkurs surrt sie wie eine Eins. Mit einer Zwillingsnadel bekommt man die Säume bei Jersey nicht so schön hin. Finde halt ich.
Ich würde zu einer Ovi beim örtlichen Händler raten. Da bekommst du eine Einschulung und hast einen Ansprechpartner bei Problemen. Manchmal gibt es auch günstige Vorführmaschinen oder Auslaufmodelle.
Im Prinzip können alle Ovis die gleichen vier Stiche, der Unterschied ist die Motorleistung und der Preis für Zubehör und Ersatzteile (Messer,...).
Am besten ausprobieren und mehrere Modelle vorführen lassen!

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 09.04.2018 08:55

Ich habe mir gestern auf der Messe mal ein paar Modelle zeigen lassen, die Babylock imagine und desire 3 und die elna, keine ahnung mehr von dem Modell...
elna war superleise, wohingegen die babylock gerattert hat wie sonstwas *waah*
Also viele der Maschinen hatten einklappbare Messer und die Verkäuferin meinte, dass man so eben die Over- zur Coverlock machen könnte - was meint ihr dazu?
Ausserdem meinte sie, dass man eigentlich immer nochmal mit geradstich nacharbeiten muss, damit die Naht von aussen sauber aussieht, wenn ich mir das sparen will bräuchte ich eine mit fünf Nadeln, die den Geradstich auch gleich danebensetzt *kratz* Ich würde es schon nervig finden, wenn ich die jedesmal nacharbeiten muss, wie macht ihr das?
Ich dachte immer, die Overlock macht alles in einem Schritt?

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon ichthys81 » 09.04.2018 09:13

Ich nähe einmal drüber und gut ist's. Nur wenn die Fäden zu locker eingestellt sind, ist die Naht nicht ordentlich.
Es gibt Overlocks (T-Shirt Seitennähte) und Coverlocks (T-Shirt Saum) und Kombinationsgeräte, die man umstellen kann, die beides können. Das Messer kann man meines Wissens bei jeder Ovi wegklappen, um einen Rollsaum zu nähen. Deswegen ist es aber keine Coverlock! Es scheint, als hätte dir die Dame so ein Kombinationsgerät verkaufen wollen. :)
Die können oft mit fünf Nadeln nähen und je höher die Preisklasse wird, desto mehr Funktionen haben sie.
Kurz gesagt: eine Ovi, deren Fadenspannung richtig eingestellt ist, macht das in einem Schritt.

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 09.04.2018 09:21

Oh, dann war es wohl ein Kombigerät^^ Nach 6 Stunden rumlaufen auf Messe war ich auch total fertig *pfeif* Aber Säume kann ich ja dann immer noch mit der normalen Maschine nähen, da brauche ich denke ich keinen "Fuhrpark", zumindest solange ich noch in einer Ecke meiner Wohnung nähe *hüpf*
Was mich jedoch abgeschreckt hat war, wie krass laut die Babylock war, das will ich nicht. Dann wohl doch eher diese Elna, da muss ich dann aber nochmal schauen, da hat sie mir nur eine gezeigt.

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon ju_wien » 09.04.2018 16:59

Zora hat geschrieben:Ausserdem meinte sie, dass man eigentlich immer nochmal mit geradstich nacharbeiten muss, damit die Naht von aussen sauber aussieht, wenn ich mir das sparen will bräuchte ich eine mit fünf Nadeln, die den Geradstich auch gleich danebensetzt


Sie meinte wohl die "5-Faden-Sicherheitsnaht". Die ist sinnvoll, wenn man mit der Overlock auch Webware zusammennähen will oder lockere Strickstoffe, bei denen die normale Overlocknaht zu schmal wäre, um die Maschen am Fallen zu hindern. Für die üblichen Jerseys, wie sie zu T-Shirts, Freizeit- und Kinderkleidung verarbeitet werden, reichen 3- und 4-Faden-Overlocknaht völlig aus. (Und die kann jede Overlock-Maschine die du nicht grad im Museum gefunden hast.) Ich such dann später noch nach Fotos. Muss jetzt den Computer abschalten.
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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 29.04.2018 15:24

Aaalso: Ich habe jetzt im Forum mal die alten Beiträge recherchiert und mir auf Youtube Testvideos zu verschiedenen Modellen angeschaut. Mein persönliches Fazit: Eine Overlocknaht nähen sie alle, teuer wirds wenn sie besonders leise, besonders vielseitig oder besonders einfach sein soll (lufteinfädeln, superleise, zig zierstiche)
Was mich allerdings immer wieder ein wenig irritiert: vor allem bei Tests billigerer Maschinen unter 400€ kommen immer wieder Userkommentare die meinen: sie hätten die Maschine nach kurzer Zeit weggeworfen oder weiterverkauft, weil sie viele Stichfehler machen würde, weil sie unsauber näht, weil der Transport nicht funktionieren würde und,und,und. Damit meine ich jetzt nicht die Discountermaschinen, aber halt keine Singer oder Elna oder Babylock. Halt irgendwelche Toyotas, W6 und wie sie alle heißen. Aber kann doch nicht sein, dass alles unter den 1000-2000 Modellen total unbrauchbar ist? Oder sind das einfach Leute, für die alles unter Profimaschinen quasi Müll ist?
Ich will ja eigentlich nur für mich Kleidung nähen und ich gebe es zu: das zusammennähen und anschließende versäubern nervt so langsam richtig, vor allem weil ich jetzt schon zickige Stoffe hatte. Einmal durch und gut wäre langsam schon schön, aber ich kann keine 2000€ für eine Babylock, Pfaff oder Elna investieren - die werden immer angepriesen als die "richtigen" Maschinen. Wenn ich jetzt eine günstige Kaufe, würde die wöchentliches Nähen überstehen? Hat das was mit der Belastung zu tun oder mit dem Anspruch? Ist mir eigentlich sehr egal, ob mal eine Schlinge schief ist oder nicht, solange meine Kleidung zusammenhält und versäubert ist ist mir das doch schnurz, seh ja eh nur ich *angst*
Hat jemand so ein "Billigmodell" der neuen Art?

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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon ju_wien » 30.04.2018 09:50

Ich habe eine Toyota. Die habe ich gebraucht gekauft. Da war sie lt. Modellnummer ca 12 Jahre alt, aber quasi fabriksneu, da die Vorbesitzerin sie offenbar nur im Kasten stehen hatte. Ich habe und verwende sie jetzt seit 4 oder 5 oder 6 Jahren (müsste ich daheim nachsuchen) und bin sehr zufrieden damit.

Sie kann 3 und 4-fädigen Overlock und "Rollsaum" (keine Flatlock, keinen 2-fädigen Overlock), hat Differential und ist im Vergleich zu anderen Maschinen einfach einzufädeln und einzustellen. Das einzige Manko ist die Nadelhalterung: die hat nur 1 Schraube. Man muss daher immer beide Nadeln festhalten und hochdrücken, auch wenn man nur 1 austauschen will. Aber so oft macht man das ja nicht.

Stichfehler kommen vor, aber auch nicht öfter als bei teureren Maschinen. Da Overlocknähte zu 99% innen im Kleidungsstück vorkommen, kann ich damit leben. Ich glaube, dass ein Teil der Kritik auch dadurch erklärbar ist, dass billige Nähmaschinen vor allem von Anfängerinnen gekauft werden. Die haben zT überzogene Vorstellungen davon, was eine Maschine können "muss" und können andererseits Maschinenfehler nicht immer von Bedienungsfehlern unterscheiden.

Meine ist weitgehend baugleich der aktuellen SLR4D http://www.aisin.at/produkte/overlock/t ... ock-slr4d/
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Re: Overlock - worauf achten?

Beitragvon Zora » 30.04.2018 10:21

Das kann natürlich auch sein, dass ein neuling jeden Kleinstfehler als Maschinenfehler interpretiert. Ich musste auch erst lernen, dass die Einstellung, die richtige Nadel und der richtige Stich das A und O sind.
Ich will im Grunde wirklich nur zusammennähen und vor dem Einfädeln hab ich auch keine Angst. Dann schau ich mal bei Ebay, ob da einer seine Alte loswerden will *flower*

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